Der Kaminkehrer: Ihr Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte

bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger

Klaus Herrmann

Gesundheitsgefahren durch Schimmel

Schimmelbefall wird häufig unterschätzt und nur als Schönheitsfehler auf der weißen Wand angesehen. Tatsächlich führt der Schimmelbefall jedoch häufig zu gesundheitlichen Auswirkungen (Allergien, Schwächung des Immunsystems, Asthma, Hustenreize .........)

Der Schimmelbefall ist dennoch keine Beinträchtigung mit der man unbedingt leben muss. Es gibt wirkungsvolle Abhilfemaßnahmen, wenn diese fachmännisch durchgeführt werden.

Gleich vorneweg:

Schimmel ist kein hygenisches Problem und hat nichts mit mangelnder Sauberekit zu tun. Es gibt genauso Schimmelbefall in penibel sauber gehaltenen Wohnungen.

Schimmel sind Lebewesen, die sich an feuchten Stellen mit organischen Stoffen ernähren, weiterentwickeln und vermehren können. Es gibt vielfältige Arten von Schimmeln, welche unterschiedliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben. Die "kleinsten" Auswirkungen sind hierbei noch Erhöhung der Allergieanfälligkeit und Schwächung des  Immunsystems. Andere Schimmelarten sind stark gesundheitsgefährdend oder gar toxisch. Genauen Ausschluss über die Art des Schimmelpilzes kann nur eine chemische Untersuchung liefern. Entsprechend der Art der vorgefundenen Schimmelpilze werden die Vorsorgemaßnahmen bestimmt.

Auf alle Fälle darf mit einem Schimmelbefall nicht leichtfertig umgegangen werden. Die  Pilze sind direkt im Wohnraum angesiedelt und können dort ihre Sporen durch einfache Luftbewegung an die Bewohner abgeben. Zudem ist innerhalb von Wohnungen der relativ geringe Luftaustausch und die lange Aufenthaltsdauer zu bedenken. Dies führt auf Dauer auch bei einer weniger gefährlichen Schimmelart zu gesundheitlichen Auswirkungen.

Mit dem Einsatz von Schimmelbekämpfungsmitteln wird zwar der Schimmel momentan vernichtet, aber es wird die Neugründung von weiteren Schimmelkolonien stattfinden weil die Ursache nicht beseitigt wurde. Zudem werden durch die chemischen Mitteln weitere gesundheitsgefährliche Stoffe in Wohnräumen freigesetzt. Die häufig eingesetzten Hausmittel (z.B. Essig) beseitigen die Ursache ebenfalls nicht und fördern die Neubildung von Nachfolgekolonien durch die Bereitstellung von organsichen Nahrungsmittel.


Abhilfe schafft einzig und allein ein professionelles Ergründen der Ursache und die fachmännische Abstellung derselben. Diese Tätigkeiten sind ein Einsatzgebiet von Schimmelberatern.


Ursachen für die Entstehung von Schimmel und Pilzen

"gedämmte Außenwände führen zu Schimmelpilz, weil die Wand nicht mehr atmen kann"

 

Nicht alle Aussagen im täglichen Sprachgebrauch beruhen grundsätzlich auf einem Wahrheitsgehalt. In diesem Fall wird bei einer fachmännischen Ausführung die Gefahr der Schimmelbildung sogar gemindert!

Zuerst vorneweg: der häufig geäußerte Ausspruch "zu stark gedämmte Wände führen zu Schimmelpilz" entbehrt jeglicher physikalischen Grundlage.

 

Richtig ist dagegen:

Schimmel bildet sich an Stellen, an denen sich organische Stoffe befinden und eine dauerhafte Feuchtigkeit von über ca. 80% vorherrscht. Betrachtet man den Feuchtegehalt in einer Wand genauer so erkennt man: Die Feuchte kondensiert aus dem Feuchtegehalt der Raumluft und setzt sich an den kühlsten Flächen des Raumes ab. Diese Flächen müssen saugfähig sein, um die Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Nur wenn der Faktor Feuchte der Wand und organischer Baustoff zusammen kommen kann Schimmel entstehen. (Fensterscheiben oder Spiegelwände beschlagen auch mit Feuchtigkeit; trotzdem bildet sich dort kein Schimmel, weil die Oberfläche nicht organisch ist!)

Durch die Wärmedämmung (meistens auf der Kaltseite angebracht) wird die Innentemperatur der Wand wärmer und die Gefahr der Kondensatausscheidung unwahrscheinlicher. Also führt eine Wärmedämmung sogar zu verminderter Gefahr der Schimmelbildung.

Die Gefahr von feuchteren Wänden kann alllerdings trotzdem durch Sanierungsmaßnahmen erhöht werden. Dies ist dann der Fall, wenn neue Fenster mit Dichtungen eingebaut werden und die entstehende Raumfeuchte nicht konsequent weggelüftet wird. Die Feuchte im Raum sucht dann das kälteste Bauteil im Raum, welches jetzt die Wandoberfläche ist. (Die neuen Fenster besitzen im Regelfall eine bessere Wärmedämmung als die unsanierte Wand!). Während bislang das Kondensat an der Fensterscheibe keinen Schaden anrichten konnte, besteht durch die Saugfähigkeit der Wand ein gutes Milieu für die Schimmelbildung. Bauphysikalisch gesehen ist es deshalb immer sehr gefährlich nur die Fenster auszutauschen und die Wandflächen ungedämmt zu belassen!

 

für den interessierten Leser ist sicher der eingestellte Bericht im untenstehenden Download über "atmende Wände" interessant.

verschimmeltehausecke.jpg

Ursache: Wärmedämmung auf der Außenwand?


Wie begründet sich dann der Ausspruch des Volksmundes: "gedämmte Wände gehen schneller kaputt"?

Die Ursache dieser Aussage beruht immer in einer fachmännisch nicht korrekten Bauausführung. Der Fachmann weiß, dass durch Wände Feuchtigkeit abtransportiert wird (Diffusion) und er dieser physikalischen Erscheinung keine Widerstände entgegen setzen darf. Daher muss der Aufbau auf der Kaltseite mindestens soviel Feuchtigkeit an die Außenluft austreten lassen, wie er auf der Warmseite aufgenommen wurde. Wird diese Grundregel nicht berücksichtigt, kommt es zu einem Feuchtigkeitsstau und dementsprechenden Feuchteschäden.

Daher ist die fachmännische Ausführung so wichtig!





Bundesland: Bayern
- Zentralinnungsverband (ZIV) -

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